Online seit 15.11.2009 17:04 Uhr
Von: Roland AbéGEWALT GEGEN FRAUEN - nicht bei uns!
Internationalen Tag "GEWALT GEGEN FRAUEN - Nicht bei uns!"
Eine Aktion des Deutschen Olympischen Sport-Bundes mit den Kampfsportverbänden in Kooperation mit den Fraueninitiativen und Frauenbüros.
Am Sa. 14. November fand von 13.00 Uhr - 16.00 Uhr auch in Meiningen - Turnhalle Karlsallee - ein Aktionstag und Frauenselbstverteidigungskurs unter Anleitung des PSV Meiningen 90 e.V. Abt. JU - JUTSU in Kooperation mit dem Frauenhaus Meiningen und der Stadt Meiningen statt.
27 Frauen, davon auch Gäste vom Frauenhaus Hildburghausen, waren mit Begeisterung dabei.
Viel Lob gab es für das Trainer-Team der Abt. JU - JUTSU vom Bürgermeister R. Kupietz und den Teilnehmerinnen.
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Tag gegen Gewalt an Frauen
Keine Angst haben, sondern sich wehren
Aktion des Polizeisportvereins Meiningen fand Resonanz
Meiningen. Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen gab es am Samstag einen Kurs für Selbstbehauptung und
-verteidigung. In Kooperation mit dem Polizeisportverein 90 (PSV) wurde er von der Stadt Meiningen und dem Verein Frauen helfen Frauen veranstaltet.
Schon mehrfach hat der Polizeisportverein in den vergangenen Jahren Selbstverteidigungskurse für Frauen angeboten. „Sie finden gute Resonanz“, meinte Abteilungsleiter Roland Abé. Im kommenden Januar soll wieder ein neuer starten. Bei der erstmaligen Aktion zum „Gewalttag“ am Samstag konnten die insgesamt 22 Teilnehmerinnen schon mal schnuppern.
Frauen aller Altersgruppen fanden sich in der Turnhalle in der Carlsallee zu einem dreistündigen Training zusammen. Aus unterschiedlichsten Motiven waren sie gekommen. „Ich interessiere für den Selbstschutz, weil ich in der Gastronomie arbeite und nachts oft unterwegs bin. Einmal wurde ich von einem Mann verfolgt“, erzählte Nadine Rammig aus Meiningen. Evi Schober aus Meiningen wollte „einfach mal kennenlernen, wie man sich als Frau verteidigen kann.“ Passiert ist ihr bislang noch nichts, „aber ich habe schon Angst, wenn ich nachts durch Meiningen gehe oder mit dem Auto durch den Wald fahren muss.“
Sich wehren lernen
Drigalla Schulz arbeitet im Sicherheitsdienst, auch nachts ist sie im Einsatz. „Angst darf man da keine haben, aber es ist auch gut zu wissen, wie man sich wehren kann“, meint die Meiningerin, die sich ehrenamtlich im Verein Frauen helfen Frauen engagiert. Heike Körnig aus Veilsdorf arbeitet im Förderschulbereich: „Gefahren gibt‘s da keine, aber ich möchte trotzdem wissen, wie ich mich in einem solchen Fall verhalten muss.“ Auch Frauen, die zuhause der Gewalt ausgesetzt waren und inzwischen im Frauenhaus Zuflucht gefunden haben, befanden sich unter den Teilnehmerinnen.
Häusliche Gewalt
Jede vierte Frau in Deutschland hat nach der Statistik häusliche Gewalt erlebt. So berichteten Mitglieder des PSV eingangs in einem Vortrag. „Gewalt hat viele Gesichter – körperliche aber auch seelische. In unserem Frauenhaus finden die Opfer Schutz. Wir möchten ihnen aber auch helfen, ihre Selbstverteidiungskräfte zu stärken“, meinte Heike Born, die seit vielen Jahren Mitarbeiterin im Frauenhaus ist. Sogar Bürgermeister Reinhard Kupietz war zur Eröffnung der Veranstaltung gekommen, zusammen mit Christine Hölzer, der Meininger Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten. „Leider zeigt unsere Welt, die humanistisch scheint, dass sich längst nicht alle Menschen auch so verhalten“, sagte er. Prävention sei deswegen wichtig.
Gegenüber manch weit verbreitetem Glauben stehe die Praxis. So komme beispielsweise sexuelle Gewalt nachts in Tiefgaragen oder in Waldstücken weniger als ein Prozent vor. Auch Triebtäter würden selten aus spontaner Not handeln, sondern ihre Tat meist lange vorher planen. Kindesmissbrauch geschieht selten durch Fremde, sondern in den meisten Fällen durch Bekannte oder Freunde. Das Durchschnittsalter der Gewaltopfer liegt bundesweit bei 37 Jahren.
Den informativen Ausführungen der Mitglieder des Polizeisportvereins folgten die praktischen Übungen nach dem sogenannten Ampelprinzip: Selbstbehauptung, Flucht, körperliche Auseinandersetzung – sofern sie nicht zu umgehen ist. Verschiedene Techniken, um die Flucht zu ermöglichen, wurden unter Anleitung der Profis trainiert. Schritt für Schritt gab‘s Übungen: Schreien, um Distanz zu gewinnen, körperliche Abwehr, aus Umklammerungen lösen, Schmerzstellen des Täters zielsicher treffen.
Zum Schluss erhielten alle eine Teilnahmerurkunde. Bleibt zu hoffen, dass keine Frau den Ernstfall erleben muss. (cs) Presse MTB / FW






