Online seit 18.09.2010 17:30 Uhr
Von: F.WaltherLandesmeisterschaft in Rudolstadt
Am vergangenen Samstag war es wieder soweit – die Landesmeisterschaft der Altersklasse U12 (Jahrgänge 1999 und 2000) im Judo-Sport stand an. Dieses Jahr wurde das Turnier, welches das Ranghöchste für diese Altersklasse ist, in Rudolstadt ausgetragen. Der PSV Meiningen wollte eigentlich mit 9 Athleten anreisen, musste auf Grund einer kurzfristigen Erkrankung von Melia Bandemer jedoch auf sie verzichten. Insgesamt fanden über 200 Teilnehmer aus ganz Thüringen ihren Weg in die Friedrich-Schiller Turnhalle. Mit den 8 verbliebenen Startern ging es nach der Ankunft sofort zum Wiegen. Pünktlich um 10 Uhr wurde der Wettkampf eröffnet und das große Warten auf die ersten Kämpfe stand an. Die 2 mitgereisten Mädels – Anna Ledermann und Jenny Betz – waren als erste dran. Anna teilte sich ihre Gewichtsklasse (-43kg) mit 6 anderen Teilnehmern, während Jenny sogar 7 Mädchen in ihrer Gewichtsklasse (-33kg) vorfand. Bei insgesamt 7 oder 8 Judoka der gleichen Gewichtsklasse wird im „Pool-System“ gekämpft. Es werden zwei Gruppen („Pools“) mit 3 bzw. 4 Startern gebildet, die innerhalb ihres Pools kämpfen. Anschließend kämpfen der Sieger von Pool 1 gegen den Zweiten von Pool 2 und umgekehrt. Bei Anna gab es also eine Gruppe mit 3 Kämpfern, in der auch sie selbst war, und eine mit 4 Kämpfern. Bei Jenny waren es natürlich 2 Gruppen mit je 4 Startern. Ihren ersten Kampf gewann Anna souverän mit einem Beinsteller (O-Soto-Otoshi) und startete zufrieden in den Wettkampf. Ihren zweiten Kampf gewann sie auf Grund einer Verletzung der Gegnerin kampflos, was ihr zum ersten Platz in ihrer Gruppe verhalf. Somit musste sie gegen die Zweiplatzierte des anderen Pools antreten, um ins Finale einziehen zu können. Hier verlor sie jedoch unglücklich und musste sich am Ende mit einem dritten Platz zufrieden geben. Auch ihre Freundin Jenny startete mit einem Sieg durch eine Festhalte in den Wettkampf. Ihren zweiten und dritten Kampf gewann sie ebenfalls mit einem Beinsteller, wodurch sie Gruppenerste wurde. Im Einzug ins Finale musste sie gegen Flora Nahrstedt aus Schmalkalden antreten. Nach zwei erfolgreichen Beinstellern in den Kämpfen davor, wurde ihr dieser hier zum Verhängnis und sie verlor durch einen O-Soto-Otoshi. Somit war auch Jenny auf dem dritten Platz. Die Jungs mussten sich noch eine ganze Weile gedulden, ehe es in ihren Gewichtsklassen losging. Den Anfang machte schließlich Tim Scholtysek, der in seiner Gewichtsklasse (-40kg) ebenfalls mit 7 weiteren Gegnern zu tun hatte. Tim hatte jedoch nicht seinen besten Tag, weshalb er leider alle seine drei Kämpfe verlor. Da er bei allen drei Kämpfen jedoch Kampfgeist zeigte und nicht aufgab, waren die Trainer trotzdem zufrieden mit seiner Leistung. Man kann ja schließlich nicht immer gewinnen. Anders lief es jedoch bei Gabriel Cermann und Ludwig Liebold, die beide in der Gewichtsklasse bis 45kg antraten. Glücklicherweise waren sie in verschiedenen Pools, so dass sie anfangs nicht aufeinandertreffen konnten. Ludwig gewann seine drei Kämpfe in seiner Gruppe allesamt souverän mit einer großen Innensichel (O-Uchi-Gari) was ihn zum Gruppenersten machte. Auch den Einzug ins Finale gewannt er mit einem Beinsteller und anschließender Festhalte. Gabriel konnte ebenfalls überzeugen und gewann zwei von drei Kämpfen in seinem Pool mit einer Innensichel. Den Dritten verlor er jedoch durch eine Bestrafung. Durch Sieg nach Punkten reichten ihm seine zwei Siege aber dennoch zu Platz 1 in seinem Pool. Den Einzug ins Finale gewann er dann erneut mit einer Innensichel. So kam es dann wie es kommen musste und die beiden Meininger standen sich im Finale gegenüber. In einem spannenden Final-Kampf gewann schließlich Ludwig mit einer – wer hätte es gedacht – linken Innensichel und wurde somit Landesmeister. Gabriel war mit seinem Vize-Titel aber auch zufrieden. Bei den drei verbliebenen Kämpfern machte Robin Ulm den Anfang. Auch er hatte in seiner Gewichtsklasse (-34,5kg) 6 weitere Kontrahenten die es zu bezwingen galt. Da er sich in einem 3er-Pool befand, musste er zwei Kämpfe bestreiten. Den ersten gewann er mit einer Innensichel und anschließender Festhalte, den zweiten durch einen so genannten „Talfallzug“ (Tani-Otoshi). Jedoch musste er sich auch mit dem dritten Platz zufrieden geben, da er den Einzug ins Finale mit einem Schulterwurf (Seoi-Nage) verlor. Der vorletzte Judoka Vincent Raßmann starte in der Gewichtsklasse -33kg mit ebenfalls 6 Kontrahenten und fand sich in einem Pool mit 3 Gegnern wieder. Seinen Auftakt verlor er jedoch mit einer Innensichel. Dadurch ließ er sich jedoch nicht entmutigen und gewann die zwei darauffolgenden Kämpfe. Im entscheiden Kampf gegen den Ersten des anderen Pools kam es in den 2 Minuten Kampfzeit jedoch zu keiner Aktion auf beiden Seiten, weshalb es in die „Verlängerung“ (Golden-Score) ging. Hier gewinnt, wer als erster eine Wertung erzielt – also ähnlich dem „Golden Goal“ beim Fußball. Obwohl er sich enorm anstrengte gelang es Vincent nicht zu gewinnen und auch ihm gebührte Platz 3. Der letzte Kämpfer war schließlich Lukas Köhler – der leichteste von allen. In seiner Gewichtsklasse -26kg hatte er im Gegensatz zu den anderen „nur“ 4 weitere Starter, weshalb er gegen jeden kämpfen musste. Die ersten beiden Kämpfe gewann er deutlich mit einem Beinsteller, bis er den dritten Kampf leider durch eine Festhalte verlor. Im letzten Kampf konnte er jedoch durch einen Schulterwurf erneut überzeugen und gewann. Mit Punktgleichheit und anschließendem direkten Vergleich reichte es am Ende leider nur für den 2. Platz, welcher aber dennoch ein Spitzen-Ergebnis ist. Auch wenn also an diesem Tag nicht alles glatt lief, so zeigten die Meininger Judoka jedoch Kampfgeist und konnten vieles aus dem Training gut umsetzen. Daher sind die mitgereisten Trainer Florian Walther und André Förtsch auch sehr zufrieden und gratulieren den Kämpfern zu ihren Medaillen.
| Gold | Silber | Bronze |
|---|---|---|
| Ludwig Liebold | Lukas Köhler | Jenny Betz |
| Gabriel Cermann | Anna Ledermann | |
| Vincent Raßmann | ||
| Robin Ulm |
